Nachhaltigkeit

Das gute Leben heute ...
Nachhaltigkeit – der Begriff schwirrt seit geraumer Zeit durch die Medien und ist in aller Munde. Man hört ihn in Werbung, Politik und sogar in der Finanzbranche. Beinahe jedes Unternehmen hat heute eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie. Oft ist die Rede von nachhaltigen Städten, nachhaltigem Konsum, nachhaltigem Bauen oder schlichtweg dem nachhaltigen Leben an sich.
Ein Begriff also, der geradezu inflationär benutzt wird. Doch was genau bedeutet Nachhaltigkeit eigentlich? Sind damit Umweltschutz und Bio gemeint oder spielen noch weitere Aspekte eine Rolle? Auch wir als ökologisch orientiertes Unternehmen stellen uns diese Fragen.
… und die Vorsorge für ein gerechtes Morgen
Nachhaltigkeit ist nicht die eine Methode, sondern vielmehr ein Ziel, ein ethischer Grundsatz, ein Handlungsrahmen. Dessen Kern ist es, Ressourcen so zu nutzen, dass sie auch künftigen Generationen zur Verfügung stehen. Daher auch der Begriff „Enkeltauglichkeit“, der oft im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit verwendet wird.
Nachhaltigkeit steht also für das gute Leben heute und die Vorsorge für ein gerechtes Morgen. Dabei gehören Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft zusammen.
Der Weg ist das Ziel
Ganz ohne Auswirkungen geht es auch bei uns nicht. Ein Versandhandel braucht Energie, Waren werden transportiert und verpackt, unsere Produkte müssen hergestellt und unser Katalog gedruckt werden. Die perfekte Lösung gibt es dabei nicht.
Was wir tun können, ist, immer wieder hinzuschauen und an vielen kleinen – und manchmal größeren – Zahnrädchen zu drehen.
Jeder Verarbeitungsschritt ist eine Entscheidung
Das beginnt bei unseren Rohstoffen. Bei Wolle setzen wir fast ausschließlich auf Schurwolle aus kontrolliert biologischer Tierhaltung. Ein Teil stammt von unseren eigenen Schafen. Seit 1992 ist unsere Schäferei Bioland-Mitglied. Für unsere regionalen Finkhof-Produkte kaufen wir außerdem Bio-Rohwolle von Bio-Schäfereien aus Mittel- und Süddeutschland. Viele davon kennen wir persönlich und arbeiten schon lange mit ihnen zusammen.
Mit der Verarbeitung beschäftigen wir uns seit Jahrzehnten. Unsere regionale Wolle wird gewaschen, kardiert und versponnen. Auf eine Karbonisierung, bei der pflanzliche Bestandteile chemisch aus der Wolle entfernt werden, verzichten wir bewusst. Auch eine Antifilz-Behandlung lassen wir nicht vornehmen. Unsere Wollgarne bestehen aus reiner Wolle ohne Kunstfaserbeimischung.
Einen guten Teil unserer Wolle lassen wir ungefärbt. Es freut uns, dass gerade diese Wollgarne und Textilien so beliebt sind. Der Großteil unserer Textilien ist zudem nach GOTS oder IVN BEST zertifiziert. Beide Standards stellen verbindliche ökologische und soziale Anforderungen an die Verarbeitung entlang der gesamten textilen Produktionskette.
Wie regional ist möglich?
Regionalität ist auch so ein Thema. Die meisten Textilien in Kaufhäusern oder im Onlinehandel werden heute weit entfernt von Deutschland produziert. Wir versuchen, dort regional zu arbeiten, wo es für uns möglich ist: in unseren drei eigenen Manufakturen im Allgäu – der Fellnäherei, Stoffnäherei und Handweberei –, in einer Strickerei auf der Schwäbischen Alb oder bei langjährigen Partnerbetrieben in Deutschland. Auch unsere Matratzen und einen Teil unserer Naturkosmetik lassen wir nur wenige Kilometer vom Finkhof entfernt fertigen.
Manch einer mag mit dem Kopf schütteln, wenn er erfährt, dass unsere Rohwolle zum Waschen nach Belgien transportiert wird. Doch Wollwäschereien, die solche Mengen verarbeiten können, gibt es in Europa nur noch wenige – in Deutschland keine einzige. Deshalb sind wir froh über die Wollwäscherei in Belgien, mit der wir schon lange zusammenarbeiten.
Und wenn wir schon über Wege und Herstellung nachdenken, hört das für uns bei den Rohstoffen und beim fertigen Produkt nicht auf. Unsere Bürogebäude, das Lager und unser Hofladen in Arnach werden mit Ökostrom versorgt. Unser Katalog wird in der Region auf Recyclingpapier gedruckt. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können JobRad nutzen. Vor der Kamera stehen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Freunde und Bekannte statt professioneller Models. Unser neues Lager entsteht in Holzbauweise.
Gestern, heute und morgen
Auch bei unseren Produkten selbst denken wir langfristig. Den klassischen „Saisonwechsel“ aus der Modeindustrie gibt es bei uns nicht. Der Finkhof-Troyer ist seit 1994 im Sortiment, unsere dicken Finkhof-Socken sogar seit 1983.
Unser Sortiment wechselt nur wenig. Einige ausgewählte Stücke kommen jedes Jahr dazu – mit dem Gedanken, dass sie für viele Jahre Teil unseres Sortiments bleiben Denn was heute gefällt, kann auch in vielen Jahren noch gerne getragen werden. Und wenn einmal etwas kaputtgeht, lässt sich etwa ein Wollpullover meist einfach ausbessern.
Viele dieser Dinge sind für uns über die Jahre selbstverständlich geworden. Andere verändern wir immer wieder, mit der Frage: ‚Wo können wir es noch ein bisschen besser machen?‘“. Wohl wissend, dass wir nie an einem Punkt ankommen werden, an dem alles perfekt ist.
Und manche Lösungen brauchen Zeit. Unsere Verpackungen sind dafür ein gutes Beispiel.
Neue Verpackungen
Plastik und seine Auswirkungen auf Menschen, Tiere und Umwelt beschäftigen auch uns auf dem Finkhof. Immer wieder haben uns Kundinnen und Kunden darauf hingewiesen, dass einige unserer Produkte in Plastik verpackt waren. Auch wir fanden: Das muss anders gehen.
Wo es möglich war, haben wir deshalb ganz auf Verpackung verzichtet oder diese durch eine einfache Papierbanderole ersetzt. Unsere Cremes füllen wir in Glastiegel ab. Festes Shampoo und Deo-Stick kommen mit einer Verpackung aus Karton aus. Auch einen Großteil unserer Unterwäsche verpacken wir inzwischen in Karton statt in Plastik.
Bereits vorhandene Verpackungen werfen wir deshalb aber nicht einfach weg, sondern brauchen bestehende Lagerbestände zunächst auf.
Ganz ohne Plastik kommen wir weiterhin nicht aus. Wenige ausgewählte Produkte verpacken wir noch im Plastikbeutel, wenn dadurch andere Produkte in der Lieferung geschützt werden. Auch dieser Kompromiss gehört zu unserem Alltag.
Verpackungen sind damit nur eines von vielen Beispielen dafür, dass wir unsere Entscheidungen immer wieder überprüfen. Jeder neue Tag, jede Generation und jeder Mensch bringt neue Ideen und Blickwinkel mit. So bleibt alles stetig in Bewegung.
Alles bleibt anders!
Neulich wurden wir gefragt, was sich denn verändert habe und was wir jetzt so ganz anders machen würden als die „Alten“. Da mussten wir erst eine Weile nachdenken.
Sicherlich haben sich im Betriebsalltag manche Abläufe und Prozesse verändert, doch radikale Umbrüche gab es keine. Vielmehr sehen wir das Gute, das in so vielen Jahren geschaffen wurde, und versuchen, genau dies zu bewahren und weiterzuführen.
Das Finkhof-Herz schlägt nach wie vor für Schafwolle und Textilien aus biologischer Herstellung. Was sich bewährt hat, führen wir weiter. Wo wir eine bessere Lösung finden, verändern wir etwas.
Um damit zurück zum Anfang zu kommen: „Nachhaltigkeit“ bedeutete für uns schon immer – natürlich im übertragenen Sinne – heute einen Wald zu pflanzen, wohl wissend, dass selbst die eigenen Kinder das Holz nicht ernten werden. Weil wir überzeugt sind, dass wir heute dafür sorgen müssen, dass es auch der übernächsten Generation gut geht.
Inzwischen sind wir selbst die nächste Generation – und haben die kommende bereits im Blick. Vieles hat sich verändert und vieles wird sich weiter verändern. Im Kern ist diese Haltung geblieben.
Ob all diese großen und kleinen Bausteine Ihrem Verständnis von Nachhaltigkeit entsprechen, möchten wir Ihnen nicht vorgeben. Das zu beurteilen überlassen wir Ihnen.
Aus Finkhof Wolle
79,00 €* / 1 kg
115,00 €* / 1 kg
99,00 €* / 1 kg
79,00 €* / 1 kg
115,00 €* / 1 kg
99,00 €* / 1 kg
79,00 €* / 1 kg
190,00 €* / 1 kg
79,00 €* / 1 kg



















