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Unsere Wolle

Ein Haufen gescherter Wolle

Herkunft unserer Wolle

Den wenigsten Textilherstellern oder -händlern ist es vergönnt, den unverarbeiteten Rohstoff ihrer Produkte in den Händen zu halten. Wenn einmal im Jahr unsere Schafherde geschoren wird, ist genau das der Fall. Wir können die Wolle sorgfältig sortieren und schon an dieser Stelle überlegen, welcher Teil zu Vliesen, Strickwolle oder Pullovergarn verarbeitet werden soll.

Nicht nur die Qualität der Wolle, sondern auch der Verzicht auf Pestizide und eine artgerechte Tierhaltung sind für uns und die Schäfereien, bei denen wir Wolle zukaufen, wichtige Kriterien. Wir beginnen hier also ganz am Anfang der textilen Kette – beim Rohstoff. Bis daraus ein Pullover gestrickt oder eine Decke gewebt ist, sind viele weitere Arbeitsschritte notwendig: waschen, kardieren, spinnen, färben, stricken, weben, konfektionieren. Auch hier gilt es, genau hinzuschauen, was wie gemacht wird und die passenden Partnerbetriebe zu finden.

Unsere Wolle ist vom Merinolandschaf und von mittlerer Feinheit.Wir lassen sie zu Streichgarnen in verschiedenen Stärken verspinnen, die für viele Verwendungszwecke sehr gut eingesetzt werden können. Viele unserer gestrickten Pullover und Jacken, die dicken Socken, Vliese, kardierte Wolle und Märchenwolle sowie die Schals aus der Finkhof-Weberei werden aus unserer Wolle hergestellt. Bei der Anzahl und Vielfältigkeit unserer Produkte ist natürlich nicht mehr alles aus unserer Wolle gestrickt. Feine Kammgarne für weiche Unterwäsche überlassen wir, um hier ein Beispiel zu nennen, lieber Spezialisten, die sich auf ihrem Gebiet auskennen und mit unseren Qualitätskriterien übereinstimmen.

Wollverarbeitung

Folgende Punkte liegen uns bei der Verarbeitung unserer Wolle am Herzen:

Schonende Wäsche der Rohwolle
Ein Teil des natürlichen Wollfetts bleibt in der Wolle enthalten und weniger Waschmittel gelangen ins Abwasser. Die Wollprodukte behalten jedoch auch den typischen Schafsgeruch, besonders in feuchtem Zustand.

Verzicht auf Karbonisieren
Beim Karbonisieren werden Pflanzenteile mit Hilfe von verdünnter Schwefelsäure aus der Wolle herausgelöst. Dieser Prozess ist außerdem mit einem erheblichen Wasserverbrauch verbunden. Verzichtet man darauf, werden die Garne etwas unregelmäßiger und ab und zu findet sich ein kratziges Strohhälmchen im Pullover.

Verzicht auf Bleichung
Das schont die Umwelt, hat aber auch die Konsequenz, dass wir keine reinweißen oder grellbunten Textilien aus unserer Wolle anbieten können.

Verzicht auf chemische Ausrüstung
Bei filzfrei ausgerüsteter Wolle wird die Schuppenschicht der Wollfaser angeätzt und/oder mit einem Kunstharzfilm überzogen. Wir verzichten auf diese Ausrüstung. Durch die Auswahl geeigneter Wollqualitäten und mechanischer Ausrüstungen, wie z. B. Vorwaschen, Aufrauen oder Walken schonen wir unsere Umwelt, und die guten bekleidungsphysiologischen Eigenschaften der Wolle bleiben erhalten.

Arbeiterin bei der Rohverarbeitung von Wolle
Arbeiter beim Stopfen von Wolle

Unsere Wolle - naturbelassen oder gefärbt

Logo für pflanzlich gefärbte Wolle

Pflanzengefärbt
Die Pflanzenfärberei mit natürlichen Farbstoffen bedient sich hauptsächlich nachwachsender Rohstoffe, wobei Pflanzen angebaut und für Färbezwecke geerntet werden. Um einen Farbsud herzustellen, werden die Pflanzenteile in Wasser ohne Zusatz anderer Stoffe gekocht. Die ausgekochten Färbepflanzen können danach kompostiert werden und gehen so in den Kreislauf der Natur zurück. Die vielen Komponenten und Möglichkeiten, die bei den Pflanzenfarben so schön zur Geltung kommen, erfordern eine ganz besondere Vorgehensweise und viel Erfahrung. Als Färbepflanzen wird hauptsächlich Reseda oder Birkenblätter zur Gelbfärbung, Cochenille zur Rotfärbung und Indigo für Blautöne verwendet. Aus diesen drei Grundfarben lassen sich alle weiteren Mischtöne erzielen. Bei den meisten Färbungen sind Beiz- und Hilfsstoffe nötig, um die Farben dauerhaft an die Wollfaser zu binden. Dafür wird Alaun, Weinstein, Essigsäure und Natriumdithionit verwendet. Ein Pflanzenfarbstoff enthält immer mehrere Farbkomponenten, das Ergebnis einer Pflanzenfärbung ist daher auch immer eine harmonische Farbkombination.

Logo für chemisch gefärbte Wolle

Chemisch gefärbt
Unsere chemisch gefärbten Garne sind eine gut durchdachte, technisch saubere und qualitativ hochwertige Alternative zur Färbung mit Naturstoffen. Die Textilfärberei verfügt über einen eigenen Brunnen mit sehr weichem Wasser. Aufgrund der guten Wasserqualität wird neben den Farbstoffen nur Kochsalz und Essigsäure in geringen Mengen zum Färben benötigt. Ein seifenähnliches Hilfsmittel in geringer Dosierung bindet das Wollfett ein und sorgt für gleichmäßige und dauerhafte Farben. Die Farbstoffe sind umweltschonend, sowie hautverträglich und entsprechen den strengen Richtlinien des IVN (Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft e.V.). Dadurch sind viele bedenkliche Substanzen, wie z.B. Schwermetalle oder Azofarbstoffe von vornherein ausgeschlossen. Anders als bei der Pflanzenfärbung werden die Farbstoffe durch die chemische Färbung fast restlos, d.h. zu 96 - 99 % von der Wollfaser aufgenommen. Die Belastung des Abwassers ist daher sehr gering, ebenfalls ist die Wassermenge, die zum Spülen der Garne benötigt wird, deutlich reduziert.

Logo für ungefärbte Wolle

Naturbelassen - ungefärbt
Diese Wolle stammt aus unserer Bioland-Schäferei oder anderen zertifizierten Betrieben, die kontrolliert biologische Tierhaltung (kbT) betreiben. Bei der Weiterverarbeitung der Rohwolle legen wir Wert auf die schonende Wäsche, den Verzicht auf chemische Ausrüstung, Bleichung und Karbonisierung. Für Farbnuancen und Melierungen wird z.B. braune und weiße Schurwolle in unterschiedlichen Mengenverhältnissen gemischt.