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Unsere Felle

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Herkunft der Felle

Die Größe unserer Schafherde reicht längst nicht mehr aus, um die Nachfrage nach Fellen abzudecken. Daher kaufen wir von uns bekannten Schäfern aus dem süddeutschen Raum Rohfelle dazu. Da sie eine begehrte Ware sind, wird es immer schwieriger, genügend Rohfelle zu bekommen. Um sie haltbar zu machen, werden sie eingesalzen. Haben wir genügend Rohfelle gesammelt, bringen wir sie in die Gerberei in den Schwarzwald.

Wir möchten keine Ware aus Billiglohnländern oder unklarer Herkunft beziehen. Das gilt auch für unsere Felle. In Deutschland gibt es strenge Vorschriften, z.B. wie die Abwässer einer Gerberei entsorgt werden müssen. Auch lange Transportwege, die wir nicht selber vornehmen, auf denen dann doch Felle vertauscht werden könnten - nein danke. Uns ist der direkte Kontakt zu unserem Gerber sehr wichtig, denn Gerben ist ein kompliziertes Handwerk mit vielen Arbeitsgängen. Da ist es nur von Vorteil, wenn alles von einer Hand ausgeführt wird.

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Gerbarten

Wir bieten unsere Felle in zwei verschiedenen Gerbarten an: Relugan-gegerbte Felle haben einen gelblichen Farbton und sind bedingt waschbar. Pflanzlich gegerbte Felle sind in naturweiß oder braun erhältlich. Diese Felle sind nicht waschbar.

Welche Gerbung ist die bessere? Darauf gibt es keine klare Antwort. Im täglichen Gebrauch unterscheiden sich pflanzliche und bedingt waschbar gegerbte Felle nicht. Sie sind beide wärmend, strapazierfähig und langlebig. Aber natürlich hat das pflanzlich gegerbte Fell eindeutig einen ökologischen Vorteil in der Herstellung, da nachwachsende Rohstoffe verwendet werden.

Unabhängig von der Gerbart unterscheiden sich die einzelnen Felle aber durchaus. Es gibt dünnes geschmeidiges oder dickes festes Leder, je nach Alter des Schafes. Da gibt es feine, flauschige, weiche, feste, dichte Wolle. Auch die Wollfarbe kann schneeweiß, hellweiß, cremeweiß bei den pflanzlich gegerbten oder hellgelb bis dunkelgelb in fließenden Übergängen bei den waschbar gegerbten Fellen sein. Dazu kommt noch, dass viele Schafe gar nicht rein wollweiß sind, sondern feine Pigmentierungen wie kleine dunkle Punkte oder Schattierungen aufweisen, die man auf dem Rohfell gar nicht sehen kann.

In Deutschland sind Herden mit 1000 Schafen schon sehr groß. Da wir Rohfelle von regionalen kleinen Herden kaufen, ergibt sich diese eigentlich wunderbare Vielfalt. Wir lehnen es ab, die Felle nach dem Gerben bleichen oder gar färben zu lassen, um diese kleinen Unterschiede auszugleichen. Aber so manches Mal stöhnen wir, wenn wir zusammenpassende Felle zum Nähen von Felldecken finden müssen.
Schon in früheren Zeiten war es Zuchtziel, Schafe mit weißer Wolle zu bekommen, damit man sie gut färben kann. Das erklärt das Aussterben vieler Landschafrassen, die meistens keine weiße Wolle besitzen. Es gibt heute im Verhältnis sehr wenig braune Schafherden.

Daher können wir braune Felle nur in begrenzter Menge anbieten. Wirklich schwarze Felle gibt es noch seltener, weil das Sonnenlicht die Spitzen der Wolle aufhellt. Braune, melierte und gescheckte Felle lassen wir zu Zierfellen gerben, die mit ihrer natürlichen Haarlänge schöne Einzelstücke sind.

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Relugan-Gerbung

Der Gerbstoff Relugan geht eine wasserunlösliche Verbindung mit den Eiweißstoffen der Lederseite ein. Dadurch erhält man bedingt waschbare Felle. Charakteristisch ist der gelbliche Farbton, der auf das Relugan zurückzuführen ist. Unsere relugan-gegerbten Felle sind auf ca. 3 cm Wolllänge kurz geschoren und somit gut als Bettfell für Groß und Klein und zur Krankenpflege geeignet.

Regulan-gegerbte Felle sind mit 30 °C im Wollwaschgang bedingt waschbar. Sie schrumpfen nach der ersten Wäsche und sollten während des Trocknungsvorgangs immer wieder in Form gezogen werden.

Pflanzliche Gerbung

Für unsere pflanzlich gegerbten Felle wird der Gerbstoff aus den Früchten des Tarabaumes hergestellt. Der Tarabaum wächst wild in 1800 bis 3000 m Höhe in den Bergregionen Perus. Im Laufe einer Saison können 25 bis 50 kg der schotenförmigen Früchte geerntet werden. Die Nutzung der Taraschoten ist in der Tradition der peruanischen Bevölkerung tief verwurzelt und stellt inzwischen eine maßgebliche Einkommensquelle der Landbevölkerung Perus dar. Im Gegensatz zu den häufig verwendeten Gerbstoffen aus Rinde, für die die Bäume gefällt werden müssen, bleiben die Tarabäume unversehrt. So wird das ökologische Gleichgewicht nicht gestört.

Zur Gewinnung des Tara-Gerbstoffes werden die Schoten gereinigt und die darin befindlichen Samen entfernt. Die Schoten werden zu Pulver vermahlen und in Säcke abgefüllt. Es findet keinerlei Vermischung oder Behandlung mit anderen Chemikalien statt. Der gesamte Herstellungsprozess wird im Land selbst vorgenommen.

Pflanzlich gegerbten Felle sind in naturweiß oder braun erhältlich. Die naturweißen Felle werden auf ca. 3 cm Wolllänge heruntergeschoren und sind hervorragend als Bettfell für Erwachsene und Kinder geeignet. Die braunen Felle werden nicht geschoren, sie haben daher unterschiedliche Haarlängen bis ca. 10 cm. Sie eignen sich mit ihrem langen Wollhaar gut als Zierfelle oder wärmende Auflage auf Sessel oder Sofa.

Pflanzlich gegerbte Felle sind nicht waschbar!

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Sicherheitshinweis: Keine Felle für Säuglinge

Seit vielen Jahren beschäftigen sich wissenschaftliche Studien mit der Erforschung des plötzlichen Säuglingstodes im 1. Lebensjahr. Leider hat man bis heute die Ursache nicht entdeckt. Es ist allerdings gelungen, verschiedene Risikofaktoren ausfindig zu machen.

An oberster Stelle steht hier das Rauchen während der Schwangerschaft. Die bisherigen Erkenntnisse können wie folgt zusammengefasst werden: „Babys schlafen am sichersten in Rückenlage, im Schlafsack, rauchfrei, im Schlafzimmer der Eltern und im eigenen Bett.“

Schaffelle als Schlafunterlage für Säuglinge wurden in diesem Zusammenhang nicht untersucht. Trotzdem wird davon abgeraten, was als zusätzlichen Vorsichtsmaßnahme zu verstehen ist, um eine Überwärmung des Kindes zu vermeiden. Hier spielen natürlich auch andere Faktoren, wie z.B. Raumtemperatur, Bekleidung, Art der Zudecke usw. eine große Rolle. Trotz langjähriger, positiver Erfahrungen, unter anderem bei unseren eigenen Kindern, dürfen wir Schaffelle als Schlafunterlage für Säuglinge bis 12 Monate nicht mehr empfehlen.