Schäferei

Vor 17 Jahren freunden sich auf dem Finkhof zwei Frauen an, eine junge Schäferin und eine Auszubildende in diesem Beruf. Im Laufe der Jahre arbeiten beide in den verschiedensten Schäfereien im süddeutschen Raum und bleiben eng miteinander und mit den Menschen auf dem Finkhof in Kontakt.

Das spannende Dauerthema der beiden Schäferinnen ist in all den Jahren der Traum von einer eigenen Schäferei. Von den Kollegen deshalb schon „auf die Schippe“ genommen, malen sich die beiden in allen Facetten aus, wie sie ihren Betrieb gestalten würden. Ihr Anspruch: ein gutes Auskommen für sich zu ermöglichen - mit ökologischer Wirtschaftsweise, hohem Anspruch an das Tierwohl und vertretbaren Arbeitsbedingungen.

Eine betriebliche Veränderung in der Arnacher Schäferei lässt diesen Traum nun Wirklichkeit werden: Der großzügige, helle Stall am Ortsrand ist die Basis für eine extensive Koppelschafhaltung auf den bio-zertifizierten Wiesen in und um Arnach. Unsere Schafe bilden einen Teil der Bioland-Herde der neuen Schäferei. Auf diese Weise möchten wir dazu beitragen, alte Landschafrassen zu erhalten und das Konzept der beiden Schäferinnen zu verwirklichen.

Als Bioland-Mitglied arbeiten wir den Richtlinien der kontrolliert biologischen Tierhaltung (kbT). Das heißt: Die Schafe müssen artgerecht gehalten werden und die Futtermittel müssen aus kontrolliert biologischem Anbau stammen. Pestizide zur Bekämpfung von Außenparasiten sind nicht erlaubt und der Einsatz von Medikamenten wird streng geregelt. Der Anbau von gentechnisch verändertem Saatgut und die Verwendung solcher Pflanzen als Futtermittel kommen nicht infrage. In größeren Zusammenhängen gedacht, geht es darum, eine intakte Umwelt zu erhalten und mit Rohstoffen und Energieressourcen so schonend wie möglich umzugehen.

Das Coburger Fuchsschaf ist eine alte robuste Landschafrasse, die im 19. Jahrhundert in weiten Teilen der kargen deutschen Mittelgebirge gehalten wurde. Charakteristisch für diese Schafe ist die besondere Farbe ihrer Wolle, oft "Goldenes Vlies" genannt. Die Lämmer werden mit einem rotbraunen Fell geboren, das im Laufe des ersten Lebensjahres immer heller wird.

Zeitweise war das Coburger Fuchsschaf vom Aussterben bedroht, da man Schafrassen mit höherem Fleischanteil und weißer Wolle bevorzugte. Mittlerweile wissen viele die besondere Wolle dieser Tiere wieder zu schätzen, was zu einer leichten Erholung des Bestandes beigetragen hat.

Mit unserer Herde von rund 100 Muttertieren wollen wir einen Beitrag zum Fortbestand dieser besonderen Schafrasse leisten. Unsere Tiere werden in extensiver Koppelschafhaltung gehalten. Sie stehen in einem hellen Stall am Dorfrand und auf den Bioland-zertifizierten Wiesen in und um Arnach.

Mulesing ist ein Thema, das aktuell viel diskutiert wird; wir lehnen diese Methode, die in Deutschland ohnehin verboten ist, selbstredend ab. Für unsere Produkte aus kbT-Wolle – und das ist der allergrößte Teil! – können wir Ihnen garantieren, dass kein Mulesing angewendet wurde. Im Katalog und im Online-Shop ist jeweils genau angegeben, wenn die Wolle kbT ist. Ebenso garantiert Mulesing frei - trotz konventioneller Wolle –  sind etwa der Kapuzenmantel, der Wollmantel, die Jacke Jonna und die Jacke Jakob, die Regionalen Teppiche und die Regionalen Wolldecken sowie der "Wollstoff". Alle unsere Felle und Fellprodukte kommen aus Süddeutschland und sind somit ebenfalls frei von Mulesing.