Filter schließen

Ergebnis filtern

 
von bis
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

Beratung

Telefonische Bestellannahme und Beratung unter:

+49 (0) 75 64 / 93 17 11
Mo. bis Fr. von 9 – 12 und 14 – 17 Uhr

Walkstoffe

Walkstoffe nehmen auf Grund ihrer erstaunlichen Materialeigenschaften eine ganz besondere Stellung ein. Durch das Walken entstehen Textilien, die stabil und belastbar sind, einen Schutz gegen eindringenden Wind und Nässe bieten und pflegeleicht sind, da sie kaum knittern. Außerdem sind gewalkte Stoffe aus Schurwolle sehr schmutzabweisend. So eignet sich ein Walkstoff hervorragend für Outdoor- und Funktionskleidung - ein seit Jahrtausenden bewährter Stoff für Bekleidun. Sie werden unseren Walkstoff beim Verarbeiten und Tragen lieben: Er lässt sich gut zuschneiden, muss nicht versäubert werden, fühlt sich angenehm an – und ist besonders pflegeleicht. 

Was bedeutet „Walken"?

Die Herstellung von gewalkten Stoffen ist schon seit vielen Jahrhunderten bekannt und geschätzt. Vor allem in den Alpentälern verarbeiteten die Familien den ihnen zur Verfügung stehenden Rohstoff - die Schafwolle - zu lockeren Geweben. Diese wurden dann zur Walke gebracht, wo ursprünglich die menschliche Muskelkraft mit einer Hand- oder Fußwalke die Bearbeitung der Stoffe übernahm.
Im 12. Jhdt. wird die erste Walkmühle Deutschlands urkundlich erwähnt. Die Wasserkraft führt nun den kräftezehrenden Prozess des Walkens aus. Dabei hebt und senkt ein Wasserrad mehrere dicke Bretter, die immer wieder in den mit Wasser gefüllten Bottich mit dem Wollstoff stampfen. Heute werden für alle Bearbeitungsschritte spezielle Maschinen eingesetzt, die aber grundsätzlich nach den altbewährten Prinzipien arbeiten.

So wird auch heute noch nach der Schafschur die Woll-Vliese gewaschen und gestreckt, dann kardiert, das heißt die Fasern werden ausgerichtet zu einem Flor, zum Teil gefärbt und im Anschluss zu Wolle versponnen. Aus dieser Wolle wird ein Strickstoff oder ein Webstoff hergestellt, der anschließend erneut bearbeitet wird – mit Wärme, Wasser, teils mit Seife und mit mechanischen Methoden.

Was passiert beim Prozess des Walkens genau?

VVoraussetzung sind die einzigartigen Eigenschaften der Schurwolle, nämlich die dachziegelartige Oberflächenstruktur der Wollfasern sowie deren Kräuselung und Elastizität. Unter Einwirkung von Feuchtigkeit, Wärme und Bewegung werden die Fasern miteinander verhakt. Die Zugabe von Seife wirkt zusätzlich wie eine Art Gleitmittel. Ist der Walkprozess abgeschlossen und der Stoff getrocknet, haben sich die Wollfasern unauflösbar miteinander verbunden. Wir halten einen Stoff mit unübertroffenen Eigenschaften in den Händen. Die Gewebeoberfläche ist schmutzunempfindlich, winddichter und extrem wasserabweisend. Damit haben wir das ideale Material für Jacken, Mäntel und alle Kleidungsstücke, die uns vor Kälte und Nässe schützen sollen.

Wolle besitzt eine Schuppenschicht, diese wird durchs Walken geöffnet und die Wollfasern verhaken sich miteinander. Durch diese Vorgänge verändert der Stoff seine Struktur. Beim Walken werden zudem viele kleine Luftkammern eingeschlossen – deshalb wärmen Walkstoffe meist auch besonders gut.

Gewalktes Gewebe oder Gestrick schrumpft im Laufe der Herstellung um etwa ein Drittel. Wer schon einmal einen Wollpullover aus Versehen mit 60°-Wäsche oder noch heißer gewaschen hat, weiß, wovon wir sprechen …

Bei uns finden Sie Walkstoffe in verschiedenen Qualitäten: Strickwalk und schwerer Walk in kbT-Qualität sowie Musterwalk aus 80 % Schurwolle und 20 % Baumwolle (kbA).

Strickwalk

Strickwalkstoffe gibt es noch nicht so lange, da erst die Strickmaschine erfunden werden musste. Aber natürlich kann man auch gestrickte Wollstoffe einem Walkprozess unterziehen. Dabei wird allerdings nicht so stark gewalkt, damit der Strickstoff noch dehnbar bleibt. Trotzdem behält auch er die Fähigkeit, Feuchtigkeit und Wärme zu regulieren. Unser Strickwalk aus 100 % Schurwolle (aus kontrolliert biologischer Tierhaltung) ist angenehm warm, dabei anschmiegsam und langlebig. Wie das gestrickte Ausgangsmaterial lässt er sich in zwei Richtungen dehnen, dadurch trägt er sich besonders angenehm. Aus unserem Strickwalk können Sie Mäntel, Jacken, Röcke, aber auch Accessoires nähen – zum Beispiel Mützen, Stulpen oder Cacheure. Die Wolle wird nur mit Wasser gewalkt, es kommen keine Zusätze zum Einsatz, nicht einmal Seife. Dieser Strickwalk kann im Wollwaschgang mit Woll- und Fellwaschmittel bei 30 °C gewaschen werden.

Gewebte Walkstoffe

Zu unseren gewebten Walkstoffen gehört der Schwere Walk und der klassische Loden, die Sie bei uns im Onlineshop finden. Diese beiden Stoffe werden in der ältesten Tuchfabrik Deutschland hergestellt. Hier kommen Wasser, biologische Seife und Wärme zum Einsatz.

Gefilzt oder Gewalkt?

Beide Ausdrücke werden oft zusammen verwendet. Und tatsächlich, man kann sie nicht so klar trennen, denn ein gewalkter Stoff besteht eindeutig aus verfilzter Wolle. Als Filz bezeichnet man Wollfasern, die durch Wasser, Seife und Reibung miteinander verbunden werden. Hier wurde die Wolle also nicht vorher gesponnen und verwebt oder gestrickt.

Da man Wollflocken nicht einfach so in einer Walke verdichten kann, muss erst ein Gewebe oder Gestrick hergestellt werden, das zusammenhält. Erst wenn ein Stoff oder ein ganzes Kleidungsstück mit Wasser und Seife stark bewegt wird, dann spricht man von Walken. Haben wir Socken ausversehen zu heiß gewaschen, sind sie zwar verfilzt, aber eigentlich hat die Waschmaschine sie gewalkt.

Die Pflege von Walkstoffen

Gewalkte Stoffe sind sehr pflegeleicht. Durch die Oberfläche weisen sie Schmutz und Feuchtigkeit sehr gut ab. Gewebte Walkstoffe sind zudem auch strapazierfähig und winddicht. Zur Pflege genügt es meist schon, Bekleidung an die frische Luft zu hängen; man kann sie auch gut absaugen oder abbürsten, besonders wenn der Schmutz getrocknet ist.