Über uns

Der Finkhof: Handel & Wandel


Die Anfänge ...

Die Schäfereigenossenschaft Finkhof ist in den 1970er-Jahren entstanden. Eine Gruppe jugendlicher Aussteiger suchte einen Weg, um nach ihren eigenen Idealen und entgegen der damals gängigen Vorstellung des klassischen Familien- und Arbeitsmodells gemeinsam zu leben und zu arbeiten. Man wollte unabhängig sein, Leben und Arbeit sollten eine selbstbestimmte Einheit bilden. Besonders wichtig war es, ohne Chef und Hierarchien zu arbeiten, alle Arbeiten sollten gleichwertig sein und alle elementaren Entscheidungen im Konsens getroffen werden.

Bald war die Idee geboren, eine Wanderschäferei zu gründen, um vom Erlös der Wolle, der Felle und des Fleisches leben zu können. Anfangs wurde die Wolle von Hand gewaschen und gesponnen und auf lokalen Märkten verkauft. 

Die Kommune kaufte einen alten Gasthof im Allgäu, der gemeinsam renoviert wurde. Man druckte einen ersten Katalog, denn rasch vergrößerten sich die Nachfrage und der Bekanntheitsgrad. Es entstanden verschiedene Arbeitsbereiche.

Über die Jahre entwickelte sich ein Versandhandel für ökologische Produkte rund ums Schaf mit Versand, WebereiNähereiHofladen (in dem mittlerweile auch mit Karte bezahlt werden kann) und telefonischer Bestellannahme. Verhältnismäßig früh gab es bereits einen Online-Shop mit Produkten vom Finkhof.


Zusammen auf dem Weg ...

Der Finkhof wuchs und reifte über die Jahrzehnte, und mit ihm auch seine KommunardInnen. Für sie stellte sich naturgemäß irgendwann die Frage, wie sie ihr Leben im Alter und Ruhestand gestalten wollen, und wie es dann mit dem Versandbetrieb weitergehen würde.

Passenderweise gab es junge Menschen aus dem nahen Umfeld, die Lust hatten, den Betrieb weiterzuführen. Und so war es dann ziemlich genau 40 Jahre nach seiner Gründung und viele, viele Gesprächsrunden, Diskussionen und Verhandlungen später so weit: Der Finkhof-Versandhandel wurde an eine neue Generation übergeben, bestehend aus vier Nachfolgern. Zwei von uns kennen den Finkhof seit Kindesbeinen an; alle vier arbeiten wir bereits seit mehreren Jahren im Betrieb mit und wurden schrittweise auf die neuen Aufgaben und Verantwortungsbereiche vorbereitet. Der Übergang war somit kein harter Bruch oder Sprung ins kalte Wasser.

Die Bioland-Schäferei wird nun um Arnach als standorttreue extensive Koppelschafhaltung von einer jungen Schäferin geführt, die vor vielen Jahren auf dem Finkhof Ihre Ausbildung gemacht hat. Sie hat sich damit einen Lebenstraum erfüllt. Unsere Schafe sind ein Teil der Bioland-Herde, die auf den Wiesen in und um Arnach zu finden sind.

Die Schäfereigenossenschaft zählt heute rund 30 Angestellte. Doch trotz all dieser Entwicklungen und modernen Errungenschaften hat sich an der grundsätzlichen Einstellung nichts geändert. 

Für den Finkhof stehen nach wie vor Wolle aus kontrolliert biologischer Tierhaltung, Qualität der Produkte, ökologische Wirtschaftsweise & Regionalität an erster Stelle.


Danke schön!

Einige der Finkhöfler und Finkhöflerinnen arbeiten noch im Betrieb mit und jeder einzelne steht uns glücklicherweise mit Rat und Tat zur Seite. Dafür  und vor allem auch für das große Vertrauen, das sie in uns gesetzt haben  bedanken wir uns. Genauso wie wir uns bei unseren langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bedanken möchten, die dem Wechsel so positiv und zuversichtlich begegnet sind. Ohne sie wäre der gesamte Betriebsablauf undenkbar. 

Nicht zuletzt gilt unser Dank auch Ihnen, liebe Kundinnen und Kunden. Viele kennen und begleiten den Finkhof seit Jahren. Es freut uns, dass Sie die Veränderungen so positiv und wohlwollend aufgenommen haben. Es ist immer wieder schön zu erfahren, dass Sie unseren Weg so lange verfolgen und sich genauso wie wir über die Weiterführung freuen!

Künftig ist bei uns Nachfolgern und Nachfolgerinnen Leben und Arbeiten getrennt und weniger miteinander verwoben wie bisher. Die Lebensgemeinschaft der „alten“ Finkhöfler wird weiterhin bestehen bleiben – mit mehr Freiräumen und Privatsphäre für jeden Einzelnen. Nach Jahrzehnten gemeinsamem Arbeiten und Wohnen, nach unzähligen Diskussionen und Kompromissen, sehnt sich manche/r danach, den individuellen Bedürfnissen mehr Platz einräumen zu können, sich mehr auf sich selbst zu konzentrieren und noch ein paar (Lebens-)Träume zu verwirklichen.

Alle zusammen freuen wir uns darauf, neue Finkhof-Wege zu beschreiten und dabei Neues zu entwickeln und Bewährtes zu bewahren. Wir blicken in die Zukunft und sind gespannt, was uns dort begegnet!