Über uns

Der Finkhof: Handel & Wandel


Von Menschen, Schafen und Wolle

In den 1970er Jahren gründeten junge Menschen einen Verein im Allgäu, aus dem ein Betrieb in Selbstverwaltung, die Schäfereigenossenschaft Finkhof eG, entstand. Ihre Idee war – als Alternative zum damals gängigen Lebens- und Arbeitsmodell – gemeinsam zu leben und zu arbeiten. Alle sollten gleichberechtigt, keiner sollte Chef sein. Die Kommune kaufte Schafe und baute eine Wanderschäferei als Lebensgrundlage auf.

Wolle, Felle und Fleisch wurden anfangs nur auf lokalen Märkten verkauft. Aus den nomadisierenden Schäfern auf politischer Mission wurden Landschaftspfleger auf der Schwäbischen Alb, die Marktgänger von einst lernten kalkulieren und organisierten den alltäglichen Ablauf eines kleinen, ökologischen Versandhandels rund ums Schaf.

Über die Jahre wuchs der Handel für ökologische Produkte aus Wolle und es entwickelten sich die Arbeitsbereiche VersandWebereiNähereiHofladen und telefonischer Bestellannahme. Verhältnismäßig früh gab es bereits einen Online-Shop mit Produkten vom Finkhof.

Vor zwei Jahren übergaben die Kommunarden ihren Betrieb an vier Nachfolger, die teilweise auf dem Finkhof aufgewachsen sind und seit mehreren Jahren mitgearbeitet hatten. Auch heute arbeiten noch einige der Ur-Finkhöfler im Betrieb und stehen der neuen Generation mit Erfahrung, Rat und Tat zur Seite.


Der Finkhof in der Allgäuer Genussmanufaktur

Im Spätsommer 2019 wurde im kleinen Ort Urlau, keine 20 km vom Finkhof entfernt, die Allgäuer Genussmanufaktur eröffnet. Das als Genossenschaft organisierte Bürgerprojekt konnte nach langer Planungs- und Umbauphase durch die Beteiligung von über 800 Mitgliedern verwirklicht werden. In dem modernisierten ehemaligen Brauereigebäude haben nun mehrere Allgäuer Genuss- und Kunsthandwerker ihre Werkstätten eingerichtet. Die Besucher können ihnen beim Brot backen, Bier brauen, Öl pressen oder Töpfern über die Schulter schauen.

Im zweiten Stock des historischen Gebäudes bieten auch wir vom Finkhof einen Teil unseres Sortiments an. Auf der hellen, geräumigen Verkaufsfläche können Sie unsere Klassiker wie dicke Socken, Pullover, Mützen, Wollgarne und Felle anschauen und befühlen. Sie können auch zusehen, wie unsere beliebten Fahrradsattelbezüge aus Fell genäht werden. Der genossenschaftliche Gedanke und das Gesamtkonzept der Genussmanufaktur haben uns überzeugt. Zudem ergeben sich hier schöne Synergien.


Hand in Hand

So hat uns der Zufall in direkte Nachbarschaft mit einer Teddy Manufaktur gebracht, die schon seit langem für einen Teil ihrer schönen Teddybären und Spieluhren unsere Finkhof-Wollgarne benutzt und ihre Produktion nun nach Urlau verlagert hat. Auch arbeiten wir bereits seit Jahrzehnten mit einem Naturbettwaren-Hersteller zusammen, der ebenfalls in der Genussmanufaktur vertreten ist. Der Gründer dieser Firma ist ein ehemaliges Mitglied der Finkhof-Kommune.

Nachdem die Pforten der Genussmanufaktur mit Freude geöffnet worden waren, stellte bereits nach wenigen Monaten die Corona-Pandemie die Handwerker vor große Herausforderungen. Keine Besucher bedeutete für die meisten auch keine Einnahmen. Wir konnten entsprechend darauf reagieren. Unsere Mitarbeiterinnen nähten während der Schließzeit Masken. Mittlerweile konnte die Genussmanufaktur glücklicherweise wieder öffnen und wir hoffen, dass die Besucher bald wieder zahlreich durch die Werkstätten schlendern werden.


Veränderungen

Auf dem Finkhof in Arnach haben sich auch manche Dinge gewandelt, und unser Arbeitsalltag hat sich verändert. Das gemeinsame Frühstück der rund 40 Angestellten kann nicht mehr stattfinden. Wir gehen auf Abstand und haben unsere Hygienemaßnahmen angepasst.

Unser Hofladen und die Marktstände mussten über Wochen geschlossen bleiben. Also genau die Dinge, die wir alle besonders schätzen, das Miteinander, der persönliche Kontakt, konnten nicht mehr so unbedarft gelebt werden wie früher. Gleichzeitig versuchen wir, so viel Normalität wie möglich aufrechtzuerhalten.


Es geht weiter

Deshalb haben wir uns entschieden, für diese Saison wie unter Normalbedingungen zu planen und entsprechend Ware zu ordern und zu produzieren. Dies gibt auch unseren langjährigen Partnern Planungssicherheit. Wir arbeiten seit jeher mit Produzenten und Lieferanten aus der Region Deutschland/Österreich/Schweiz zusammen, die wir persönlich kennen und mit denen wir stets in regem Kontakt und Austausch stehen. Unsere Lieferketten sind also kurz und daher nicht so anfällig wie etwa der globale Textilmarkt, der Warenlieferungen in der Regel über mehrere Zwischenhändler abwickelt.

Doch trotz all dieser Entwicklungen und der aktuellen Krise hat sich an der grundsätzlichen Einstellung nichts geändert.
Für den Finkhof stehen nach wie vor Wolle aus kontrolliert biologischer Tierhaltung, Qualität der Produkte, ökologische Wirtschaftsweise & Regionalität an erster Stelle.


Zukunftsaussichten

Wir sind froh über diesen, unseren Weg, der uns und unseren MitarbeiterInnen in diesen turbulenten Zeiten Stabilität und Sicherheit gibt. Wir fühlen uns bestärkt darin, den Fokus unseres Handelns auf langlebige und zeitlose ökologische Produkte aus möglichst regionaler Produktion zu legen und möchten diesen Ansatz künftig weiter ausbauen.