Eigenschaften der Schafwolle

Schafwolle - Eigenschaften und Vorteile

Schafwolle ist ein überzeugendes Naturprodukt, sie hat viele Eigenschaften, die sich schon seit Jahrhunderten bewährt haben. Sie fängt nicht an zu riechen, wärmt im Winter, kühlt im Sommer, kratzt nicht und ist pflegeleicht. Was Wolle von Merinoschaf, Fuchsschaf & Co. noch kann erfahren Sie hier.


Was ist Schafwolle und wie fühlt sie sich an?

Schafwolle wird durch die Schur von Schafen gewonnen. Ziel ist es ein möglichst zusammenhängendes Vlies der Wolle vom Schaf zu scheren, ohne es dabei zu verletzten. Diese reine Schurwolle ist die hochwertigste Form der Wolle und wird zur weiterverarbeitung in Bekleidung oder Decken und Kissen verwendet. Wir verwenden reine Schurwolle hauptsächlich von Merino(land)schafen, welche sich durch Ihre besondere Feinheit und Weichheit auszeichnet. Im Gegensatz zu anderen Herstellern oder Verwendungsformen stammt diese Wolle zu 100 % aus neuer, nicht recycelter reiner Schurwolle vom lebenden Schafen.

Die Wollfaser besteht aus Keratin und ähnelt den menschlichen Haaren, ist aber im Gegensatz stark gekräuselt und elastisch. So entstehen Luftkammern, die wie eine Isolationsschicht, die Körperwärme halten. Je dünner die Wollfaser, desto weniger Kontakt hat die einzelne Faser mit der Haut. So wird die Berührung als nicht unangenehm empfunden und das Wollhaar leitet die Temperatur weniger. Merinowolle aus z. B. Südamerika ist aufgrund der Witterung sowie dem Futter in der Region sehr fein und weich. Daher ist Bekleidung und Unterwäsche aus Merinowolle angenehm zu tragen und im Gegensatz zu anderer Schurwolle kratz sie nicht - selbst wenn sie direkt auf der Haut getragen wird. Für wollempfindliche Menschen empfehlen wir dennoch, auf Materialkombinationen wie Wolle/Seide oder Wolle/Baumwolle zurückzugreifen. Es gibt auch zwischen verschiedenen Merino-Schurwollen Unterschiede in der Feinheit. So sind speziell die Schafs(unter)rasse, die klimatischen Bedingungen sowie das Futter entscheidend für die Qualität der Schurwolle und somit auch für das Tragegefühl. Konventionelle Wolle aus Australien ist z. B. dünner und weicher als Schurwolle vom Merinolandschaf aus Deutschland.


Schafwolle entgiftet die Raumluft

Das Deutsche Wollforschungsinstitut hat festgestellt, dass Schafwolle zur Entgiftung und Verbesserung der Raumluft beitragen kann, indem sie Substanzen aus der Stoffgruppe der Aldehyde, wie z. B. Formaldehyd, dauerhaft an sich bindet. Die Schadstoffe reagieren mit bestimmten Eiweißstrukturen der Wolle und werden dadurch langfristig festgehalten und unschädlich gemacht. Tests im Labor, aber auch Langzeitstudien in öffentlichen Gebäuden, konnten dies bestätigen. Auch Geruchsstoffe (Tabakrauch, Küchendunst) kann Wolle aus der Raumluft herausfiltern. Je größer die Fläche ist, die die Wolle in einem Raum einnimmt (z. B. ein Wollteppich), desto stärker ist die Wirkung. Aber auch Wolldecken, Felle oder Wollstoffe im Wohnbereich verringern die Schadstoffbelastung.


Schafwolle ist temperaturausgleichend

Wolle ist für das Schaf eine Art natürliche „Funktionskleidung“ und schützt es im Winter vor Kälte und bewahrt es im Sommer vor Überhitzung. Wolle ist temperaturausgleichend, denn Wolle besteht bis zu 85 % aus Luft. Die schlechte Wärmeleitung von Luft erklärt das gute Wärmehaltevermögen von Wolltextilien. So wird verhindert, dass die Außentemperatur zu schnell an die Haut gelangt, egal ob kalt oder warm. Zusätzlich befindet sich zwischen den einzelnen gekräuselten Wollhärchen ebenfalls ganz viel Luft, die zirkulieren kann, was diesen Effekt noch verstärkt.


... begünstigt die Hautatmung, nimmt Feuchtigkeit auf

Die Hautatmung (Perspiration) ist eine Form der äußeren Atmung und durch den Austausch von Atemgasen durch die Haut gekennzeichnet. Produkte aus Wolle begünstigen die Hautatmung durch die physikalische Beschaffenheit der organischen Faser, die selbst viel Feuchtigkeit aufnehmen und nach außen wieder abgeben kann.

Wolle kann bis zu einem Drittel ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich nass anzufühlen. Ist die Umgebung trocken, wird die Feuchtigkeit nach außen abgegeben. Die Haut kommt durch die Kräuselung der Wolle nur mit wenigen Wollhärchen in Kontakt, so dass keine auskühlende Verdunstungskälte entsteht. Im Inneren der Faser kann Feuchtigkeit aufgenommen werden, während die Oberfläche Wasser abstößt, so fühlt sich Wolle nicht feucht an. Selbst im nassen Zustand bietet Wolle noch eine gewisse Wärmeleistung.


Weitere Vorteile von Schafwolle:

  • Sie ist geruchshemmend
    Ein Vorteil ganz besonderer Art ist die geruchshemmende Eigenschaft der Wolle. Wolle kann Säuren neutralisieren, wodurch Bakterien oder Pilzen der Nährboden entzogen wird. Geruchsbildung durch Schweiß wird so verhindert. Auch nach längerem oder häufigem Tragen riecht Bekleidung aus Wolle rasch wieder neutral, wenn sie gelüftet wird.

  • Sie ist knitterarm
    Die Wollfaser besitzt eine hohe Spannkraft, sie ist elastisch. Diese Eigenschaft macht Wollprodukte praktisch knitterfrei.

  • Sie ist schmutzunempfindlich
    Wolle nimmt kaum Schmutz auf, die Schuppen an der Faseroberfläche stoßen Schmutz regelrecht ab. So muss Kleidung aus Wolle nur selten gewaschen werden, Lüften reicht meist vollkommen aus.

  • Sie lädt sich nicht elektrostatisch auf
    Wolle enthält immer eine bestimmte Menge Feuchtigkeit. Diese verhindert eine elektrostatische Aufladung. Nur wenn die Umgebungsluft sehr trocken ist, z. B. durch Heizungsluft im Winter, kann es vorkommen, dass Wolle „knistert“. Ein kurzer Sprühstoß aus einem Wasserzerstäuber hilft und die elektrostatische Aufladung verliert sich.