Was sagt der Mikronwert bei Wolle aus?
Der Mikronwert beschreibt den Durchmesser einer einzelnen Wollfaser in Mikrometer (µm). Er zeigt, wie fein oder grob eine Wolle ist, weil dickere Fasern steifer sind und sich auf der Haut anders anfühlen. Je niedriger der Mikronwert, desto feiner und meist hautfreundlicher wirkt das Material.
Die ganze Antwort – ausführlich erklärt von Finkhof
Der Mikronwert ist ein Messwert für die Faserfeinheit von Wolle. Ein Mikrometer (µm) entspricht einem Tausendstel Millimeter. Gemessen wird der durchschnittliche Durchmesser vieler einzelner Fasern einer Probe, meist mithilfe optischer oder laserbasierter Messverfahren. Die Faserfeinheit beeinflusst zentrale Materialeigenschaften, weil sie bestimmt, wie stark sich eine Faser unter Druck biegt. Dünnere Fasern sind flexibler und legen sich leichter an die Haut an, während dickere Fasern formstabiler bleiben. Der Mikronwert beschreibt ausschließlich die Dicke der Faser, nicht deren Herkunft, Verarbeitung oder Qualität. Zwei Wollgarne können denselben Mikronwert besitzen, sich aber durch Kräuselung, Faserlänge oder Spinnverfahren unterschiedlich verhalten.
Jede Wolle hat ihr Einsatzgebiet
Typische Wollbereiche reichen von etwa 15–23 µm (sehr fein) über 24–30 µm (mittel) bis über 30 µm (grob). Bereits Unterschiede von 3–5 µm können das Hautgefühl verändern, weil dickere Fasern beim Kontakt weniger ausweichen und stärker gegen die Haut drücken. Dieses physikalische Verhalten wird als mechanischer Reiz wahrgenommen. Ein häufiges Missverständnis: Ein niedriger Mikronwert bedeutet nicht automatisch „bessere“ Wolle. Gröbere Fasern besitzen oft höhere Stabilität, mehr Volumen und bessere Formfestigkeit, was bei Teppichen, Walkstoffen oder strapazierfähiger Kleidung erwünscht sein kann. Zusätzlich beeinflussen Sortierung, Kardieren und Spinnen, wie viele dickere Einzelfasern im Endprodukt verbleiben und damit das praktische Tragegefühl.
Weitere Fragen zum Thema "Wolle"
Was bedeutet Bio-Merinowolle?
Bio-Merinowolle ist Merinowolle aus kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT). „Merino“ beschreibt die Schafrasse mit besonders feiner Wollfaser, „Bio“ die Haltungs- und Fütterungsbedingungen. Entscheidend sind gesetzlich geregelte Kriterien für Futter, Tierhaltung und Medikamenteneinsatz sowie die Faserfeinheit der Merinowolle.
Zur ausführlichen AntwortIst die Wolle vom Finkhof zum Stricken und Häkeln geeignet?
Grundsätzlich können alle unsere angebotenen Wollgarne zum Stricken, Häkeln oder auch Weben und Sticken verwendet werden – je nach gewünschtem Ergebnis können Sie die zweifädige Finkhof Merinowolle oder Fuchswolle, die dreifädige Finkhof Sockenwolle oder die achtfädige feine Sockenwolle für Ihr Handarbeitsprojekt verwenden.
Zur ausführlichen AntwortKann man aus der Finkhof-Wolle Socken stricken?
Wenn Sie selbstgestrickte Socken lieben, sind Sie bei uns richtig! Für rustikale Socken etwa mit traditionellem Zopf- oder Rautenmuster eignet sich unsere ungefärbte Finkhof Sockenwolle aus 100 % reiner regionaler Bio-Schurwolle in drei schönen Naturtönen besonders gut.
Unsere feine Sockenwolle besteht ebenfalls aus reiner Schurwolle aus kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT). Sie ist durch ihre Drehung besonders stabil und glatt. Wir bieten sie in zahlreichen schönen Farben sowie mit diversen Farbverläufen an – für fröhlich bunte selbstgestrickte Wollsocken.
Wir verzichten bei all unseren Wollgarnen komplett auf die Beimischung synthetischer Fasern. Um die Haltbarkeit Ihrer selbstgestrickten Socken zu erhöhen, empfehlen wir, zumindest an Ferse und Spitze, ein Beilaufgarn z.B. aus Leinen einzustricken.
Zur ausführlichen AntwortWarum fühlt sich Merinowolle oft weicher an als andere Schurwollen?
Merinowolle fühlt sich oft weicher an, weil ihre Fasern einen geringeren Durchmesser haben. Dieser wird in Mikron gemessen. Je feiner die einzelne Faser, desto weniger reizt sie die Haut. Der Unterschied liegt also in der Faserfeinheit, nicht in einer besonderen „Behandlung“ der Wolle.
Zur ausführlichen AntwortWas bedeutet kbT?
kbT ist die Abkürzung für „kontrolliert biologische Tierhaltung“ und steht für eine artgerechte Tierhaltung im Einklang mit der Natur. Die Tiere müssen entsprechend den Richtlinien des ökologischen Landbaus gehalten werden. So muss etwa das Futter aus biologischem Anbau stammen, der Medikamenteneinsatz ist stark reglementiert und Pestizide zur Parasitenbekämpfung sind verboten. Und nicht zuletzt ist natürlich das sogenannte mulesing verboten!
Zur ausführlichen AntwortWas ist der Unterschied zwischen Schurwolle und Merinowolle?
Merinowolle ist Schurwolle. Der Unterschied liegt nicht in der Wollart, sondern in der Schafrasse. „Schurwolle“ beschreibt die Gewinnung der Wolle vom lebenden Schaf, „Merinowolle“ die Herkunft von einer Merinoschafrasse mit besonders feiner Faser. Jede Merinowolle ist daher Schurwolle, aber nicht jede Schurwolle ist Merinowolle.
Zur ausführlichen AntwortMuss ich eine Maschenprobe anfertigen?
Da Strickarbeiten sehr unterschiedlich ausfallen, ist es ratsam, der Anleitung für Ihr Strickprojekt entsprechend, eine Maschenprobe anzufertigen, damit Ihr Modell auch wirklich die gewünschte Größe hat.
Zur AntwortKratzt Schurwolle grundsätzlich?
Schurwolle kratzt nicht grundsätzlich. Ob ein Wolltextil als kratzig empfunden wird, hängt von der Faserfeinheit (Mikron), dem Anteil grober „Grannenhaare“ und der Verarbeitung ab, weil steifere Fasern die Haut stärker reizen. Schurwolle ist keine Qualitätsstufe, sondern bezeichnet nur Wolle vom lebenden Schaf nach der Schur.
Zur ausführlichen AntwortWas ist Märchenwolle?
Märchenwolle ist ein weiches, locker gekämmtes Wollvlies, das sich ideal zum Basteln, Formen und Filzen eignet. Sie wird auch Bastelwolle genannt. Doch der Begriff „Märchenwolle“ klingt poetischer und passt wunderbar zu dem, was daraus entsteht: Feen, Zwerge, Wichtel oder bunte Blumen.
Zur ausführlichen AntwortWie wasche ich Wollprodukte richtig?
Die meisten Waschmaschinen haben heute einen guten Wollwaschgang, dem man Wollprodukte gut anvertrauen kann. Unabdingbar ist die Verwendung eines eigens für Wolle geeigneten Waschmittels sowie eine geringe Schleuderzahl von maximal 400 Umdrehungen in der Minute. Die feuchten Wollsachen vorsichtig in Form ziehen und (schwere Sachen) liegend trocknen.
Zur ausführlichen AntwortWas ist der Unterschied zwischen Merinoschaf und Merinolandschaf?
Das Merinoschaf ist eine weltweit verbreitete Schafrasse, die auf besonders feine Wollfasern gezüchtet wurde. Das Merinolandschaf ist eine eigenständige Zuchtlinie innerhalb der Merinoschafe, die in Mitteleuropa stärker auf Robustheit, Fleischleistung und Anpassung an Weidehaltung ausgerichtet ist. Der wichtigste Unterschied liegt deshalb in Zuchtziel, Körperbau und durchschnittlicher Wollfeinheit.
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